Schon seit jeher funktionieren Küchen nach einem militärischen Ansatz. Wir haben mittlerweile gelernt, dass diese Art von Kontrolle und Ordnung der beste Weg ist, damit Köche ihre täglichen Ziele erreichen. Natürlich heißt das nicht automatisch, dass jeder Koch seine Befehle (ähnlich einem Soldaten) auch immer gutheißt oder sogar mag, aber er hat gelernt, dass es nun einmal so läuft.

Jede Person in der Küche hat seine Aufgabe zu erfüllen und weiß, wie das Berichtswesen in der Küche funktioniert. Die gewöhnliche Antwort eines Kochs, auf die Frage des Vorgesetzten ist „Ja Chef“. Allen, die niemals beim Militär waren oder in einer Küche gearbeitet haben, kommt dieses Zusammenspiel zwischen Team und Vorgesetzten sehr seltsam vor. Nichtsdestotrotz ist das, das Umfeld, in dem Köche leben.

Wir haben ein paar Beispiele von Fragen, Antworten und deren wahren Bedeutung gesammelt. Wir würden uns freuen, wenn du deine eigenen hinzufügen würdest.


 

Chef fragt: „Ist dein Mise en place fertig? Wir öffnen in 15 Minuten!“

Antwort: „Ja Chef“

Was du eigentlich meinst:

Scheiße! Ich bin aufgeschmissen. Ich muss immer noch Schalotten schneiden, Schweine Medaillons klopfen, Shrimps auseinandernehmen und Petersilie zerhacken. Bitte, Bitte lass keine Bestellungen rein kommen. Zumindest nicht die nächsten 30 Minuten.


 

Chef sagt: „Bestellung: Drei Streifen Kalb rare, Lammrücken rare für zwei, zweimal Schwein well done und viermal Shrimps.“

Antwort:  „Ja Chef“ (Aus zwei verschiedenen Stationen)

Was du eigentlich meinst:

Ich schau einfach auf die Tickets. In Realität versuche ich immer noch die letzten drei Bestellungen auf die Reihe zu bekommen.


 

Chef fragt: „Hast du die Qualität der Fischlieferung vorher kontrolliert?“

Antwort: „Ja Chef“

Was du eigentlich meinst:

Sobald der Chef weggegangen ist werde ich noch einmal nachsehen, ob die Kiemen und Augen des Fischs passen, obwohl ich bereits unterschrieben habe.


 

Chef fragt: „Ist der glutenfreie Fisch für Tisch 34 fertig?“

Antwort: „Ja Chef“

Was du eigentlich meinst:

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, ob ich den Fisch in Mehl gewendet habe oder nicht.


 

Chef fragt: „Hast du die Sauce abgeschmeckt, bevor du sie in die Bain-Marie gegeben hast?“

Antwort: „Ja Chef“

Was du eigentlich meinst:

Bitte, bitte mach, dass die Sauce passt. Ich habe sie nicht abgeschmeckt, obwohl ich sie unzählige Male verändert habe.


 

Chef sagt: „Wir haben eine extrem stressige Woche vor uns, deshalb brauch ich euch alle die nächsten sieben Tage durchgehend.“

Antwort: „Ja Chef“

Was du eigentlich meinst:

Bin ich eigentlich ein Sklave? Ich habe ein Leben außerhalb der Küche. Wann bekomme ich endlich die Zeit, um mich um mein Privatleben zu kümmern. Das ist lächerlich. Ich werde jetzt taktvoll sein, aber das pisst mich wirklich an.

Taktvoll ist die Fähigkeit jemanden in die Hölle zu schicken, so, dass sich dieser auf den Trip dahin freut.


 

Chef sagt: „Das ist eine Spezialbestellung für den Besitzer und seine Freunde. Behandelt alle Gerichte, als wären sie VIP. Stellt sicher, dass alles perfekt ist!“

Antwort: „Ja Chef“

Was du eigentlich meinst:

Denkst du, dass ich nicht alle Gerichte so behandle, als wären sie was Besonderes? Willst du damit sagen, dass die meisten Gerichte, die wir machen, nicht perfekt sind? Er mag zwar der Besitzer sein, aber was ist mit den anderen 86 Gästen, die gerade im Speisessaal sitzen? Sind nicht sie es, die unsere Löhne bezahlen?


 

Natürlich gibt es auch Situationen in denen ein „Ja Chef!“ auch wirklich „JA CHEF!“ bedeutet und von jedem Koch ehrlich gemeint ist.

Küchen, in denen keine Ordnung herrscht, in denen Befehle nicht diszipliniert umgesetzt werden und getan wird, was getan werden muss, werden schnell im Chaos versinken. Wenn du schon einmal in einer Küche gearbeitet hast, dann hast du dieses Chaos bestimmt schon erlebt. Es ist wahr. Köche folgen dem Chef. Sie respektieren das System und sind sich bewusst, dass es das ist, was in diesem Moment wichtig ist. Klar kann man diese versteckten Gefühle nicht für immer ignorieren.

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