Unternehmen in der Hotellerie und Gastronomie haben es nicht leicht: saisonale Schwankungen und der Fachkräftemangel führen dazu, dass es oft zu Mitarbeiterwechsel kommt. Eine hohe Fluktuationrate kann in vielerlei Hinsicht sehr nervenaufreibend und kostspielig sein. Dennoch gehört sie bei sehr vielen Betrieben zum Alltag dazu. Weil das so ist, stellen wir in diesem Artikel vor, was Vor- und Nachteile von Fluktuation im Unternehmen ist und wie du am Besten damit umgehen kannst.

Was löst Fluktuation aus?

  • Unzufriedenheit
    Dies ist ein sehr treibender Kündigungsgrund, der beispielsweise aufgrund von mangelnden beruflicher Perspektiven, einem schlechten Arbeitsklima oder einem nicht zufriedenstellenden Gehalt zusammenhängt
  • Veränderungen
    Dies betrifft vor allem den persönlichen Bereich eines Arbeitnehmers, ausgelöst durch Ereignisse wie die Geburt eines Kindes oder den Umzug des Partners aufgrund eines Arbeitsplatzwechsels
  • Umorientierung
    Grund für diesen Wandel in beruflicher Hinsicht kann zum Beispiele eine Krankheit oder das Ausleben eines persönlichen Hobbys sein
  • Ansprüche
    Andere Vorstellungen von der umgebenden Infrastruktur können durchaus auch ein Grund sein, den Job zu verlassen. Beispiele hierfür sind  bessere Verkehrsanbindungen oder eine größere Vielfalt an Kulturangebote

Nachteile hoher Fluktuation

Eine hohe Fluktuationsrate bringt zahlreiche unangenehme Eigenschaften mit sich. Dazu gehören:

  • Kosten
    Dies beginnt bei den Kosten, die anfallen, während die fehlende Stelle überbrückt werden muss. Zusätzlich fallen Kosten für die Suche einer neuen geeigneten Arbeitskraft und dessen Einarbeitung an.
  • Produktivitätsverlust
    Oft fehlt Arbeitnehmer, die kurz vor einer Kündigung stehen, die Motivation, was dich in derer Arbeitsleistung und Produktivität widerspielgelt. Dies wirkt sich meist auch negativ auf die Arbeitskollegen aus.
  • Verlust von Know How
    Vor allem wenn ein Mitarbeiter sehr plötzlich seine Stelle aufgibt, kann es zu einem herben Verlust an Know how kommen, welches nur schwer ersetzt werden kann.
  • Demotivation/Verunsicherung
    Vor allem wenn eine Person in einer wichtigen Rolle das Unternehmen verlässt, kann dies zu Demotivation und einem verunsicherten Team führen. Es kann dann einige Zeit dauern, diese Lücke zu füllen und die ursprüngliche Einstellung der verbleibenden Mitarbeiter wieder herzustellen.

Vorteile von Fluktuation

So merkwürdig das auch klingen mag, kann Fluktuation auch positive Seiten haben.

  • Platz für bessere Mitarbeiter schaffen
    Wenn sich der Arbeitnehmer nicht gut in das Unternehmen eingefügt hat oder die Arbeitsleistung schon seit längerer Zeit nicht zufrieden stellend ist, muss gehandelt werden. Hier muss aber oft von der Führungskraft selbst die Initiative ergriffen werden, um für einen besser geeigneten Mitarbeiter Ausschau zu halten.
  • Frischer Schwung
    Zudem kann ein konstanter Wechsel in der Belegschaft als wünschenswert angesehen werden, um neuen Schwung in den Arbeitsalltag zu bekommen. Denn oft bringen neu angestellte Mitarbeiter eine hohe Motivation und neue Sichtweisen und Ideen mit.

Fluktuations-Vermeidung

  • Nicht die Folge, sondern die Ursache bekämpfen
    Die erste Reaktion auf eine Kündigung ist oft, dass sofort ein passender Ersatz für die offen gewordene Stelle besetzt werden muss. Doch anstatt an dieser Folge des Problems zu betrachten, sollte zuerst einmal die Ursache für die Kündigung des Mitarbeiters erkannt und bekämpft werden. Diese Ursache kann sehr gut durch ein strukturiertes Trennungsgespräch erfolgen.
  • Mitarbeiterbindung stärken
    Eine langfristig gesehen sehr wirksame Maßnahme ist die gezielte Stärkung der Mitarbeiterbindung zum Unternehmen. Dies fängt an mit Wertschätzung, einem angemessenen Gehalt bis hin zu Weiterbildungsmöglichkeit. Noch genauer gehen wir in Artikel 8 Tipps für langfristige Mitarbeiterbindung in deinem Hotel oder Restaurant ein.
  • Aus Fehlern lernen: Trennungsgespräch führen
    Ist eine Kündigung nicht mehr zu vermeiden, so sollte dies wenigstens strukturiert ablaufen. Dazu gehört auf jeden Fall ein Trennungsgespräch. Ziel davon ist es, sich möglichst im "Guten" vom Arbeitnehmer zu trennen. Denn Ex-Mitarbeiter eines Betriebes können oft gute, aber auch schlechte Kommentare über den ehemaligen Arbeitgeber machen. Demnach gilt es hier, diesen "Markenbotschafter" eine möglichst gute Erinnerungen an den Betrieb mit auf den Weg zu geben. 
    Ein weiterer Punkt, der erfragt werden sollte, sind die Gründe für eine Trennung vom Unternehmen. Anhand dieser kann nach den Ursachen gesucht werden, um zukünftige Kündigungen zu minimieren.
    Zudem sollte das Trennungsgespräch genutzt werden, um sicherzustellen, dass möglich viel Know-How des Mitarbeiters vor dem endgültigen Verlassen an die anderen Teammitglieder weitergegeben wird.

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