Nah und Fern

Ein Straßenverkäufer in Singapur ist einer der besten Köche der Welt

Von 13. August 2016 Keine Kommentare

Seit über 100 Jahren wird die Michelin Guide Serie als das Nonplusultra, der Gold Standard in der kulinarischen Industrie gesehen und das rund um die ganze Welt.

Wenn du selbst noch nie in einem Sterne Restaurant warst, dann stellst du dir schicke Einrichtungen und militärisch stramme Kellner vor. Du siehst vermutlich perfekte Tischgedecke, Kerzen und Menüs auf denen Wörter wie, „Reduktion“, „Consommé“ und „Schaum“ stehen. Auf den Tellern stehen mysteriös gefüllte Konstrukte, die als kleinen Häppchen serviert werden. Es fühlt sich dann weniger an, als hätte man etwas gegessen und mehr, als hätte man eine Kostprobe einer perfekt abgestimmten Symphonie gehabt, die du nie mehr so haben wirst. Meist, weil du es dir gar nicht leisten kannst.

In den letzten Jahren änderte sich die Michelin-Sterne Erfahrung.

Viele haben Michelin und das Rating System kritisiert. Sie sagen das System ist zu voreingenommen, die Methoden zu intransparent und es ist generell kein System, wie man die besten Restaurants der Welt bewerten kann.

Immer noch bleibt der Michelin Stern das unantastbare Symbol für Spitzenleistungen in der Küche. Köche kämpfen und arbeiten dafür jeden Tag in ihrem Leben und klammern sich daran, wie an einer verflossenen Liebe. Es ist deren Nobelpreis.

Michelin reagiert auf die Kritik. Sie schließen jetzt auch Restaurants und Essen von immer mehr Winkeln der Welt ein.

Einer dieser Erweiterungen ist Singapur. Das südostasiatische Land ist für seine vielseitige Street Food Kultur bekannt. Die Straßen und Märkte von Singapur sind gefüllt mit sogenannten „Hockerbuden“. Kleine, berauschende Essensstände, die scharfe, frittierte, herzhafte, gebackene und gedämpfte Bissen voller Magie servieren. Die Stände sind einer der Nationalschätze von Singapur und sie produzieren eines der besten Essen, die man für Geld kaufen kann.

Singapur ist das Zuhause des ersten von Michelin ausgezeichneten Straßenverkäufers der Welt.

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In dem kleinen Park „Outram“, sitzt ein Hockerstand mit dem klingenden Namen „Hong Kong Soya Sauce Chicken Rice and Noodle“.

Der Stand wird von Chan Hong Meng betrieben. Er ist ein in Malaysia geborener und in Hongkong ausgebildeter Koch. Seine Hühnchen, Schweinsbäuche, Reis und Nudeln sind bekannt dafür, 3 Stunden lange Schlangen um den ganzen Block zu bilden und das schon seit Jahren.

Meng hat im Juli 2016 einen Anruf von Michelin erhalten, bei dem er zu einer Gala eingeladen wurde. Gelinde gesagt war er überrascht.

Meng fragte, ob das ein Witz sein sollte und warum Michelin gerade ihn einladen würde und sich für seinen kleinen Stand interessiere.

Sie machten keinen Witz und sie zeichneten ihn mit einem der höchsten Preise in der ganzen Industrie aus. Einem Stern.

Die Expansion nach Singapur zeigt einen signifikanten Denkwechsel, im Hinblick was als die „besten Köche“ bezeichnet werden kann.

Jahrzehnte lang war ein Michelin Star das Synonym für „teures“ Essen. Jetzt kann man einen Michelin Sterne Essen für unter € 2 bekommen. Das ist nicht nur leistbar, sondern ein Symbol für die gesamte Industrie.

Die Standard Inhaber der sogenannten „Fine Cusine“ beginnen zu begreifen, dass man die besten Köche und das beste Essen nicht nur in den westlichen Ländern finden kann.

Man kann kulinarische und kulturelle Magie in vielen versteckten Winkeln der Welt finden. Man kann es sogar in verrauchten und vollen Märkten finden, auf denen einfache Gerichte auf Papptellern einer hungrigen Masse serviert werden.

Du kannst es finden, wo immer du auch suchst. Du musst nur danach suchen.

 

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Autor Gronda

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